Présentation :
Das Projekt umfasst rund zwölf Kilometer neue 380-kV-Freileitung auf einer insgesamt etwa 14 Kilometer langen Trasse. Auf dieser Länge sind sowohl Neubau- als auch Umbaumaßnahmen erforderlich. Die Leitung verläuft größtenteils parallel zur Autobahn A8. Dies ermöglicht eine effiziente Flächennutzung und reduziert gleichzeitig die Umweltbelastung, was ein wichtiger Aspekt bei Netzausbauprojekten ist.
Netzanbindung und innovative Mastlösungen
Für den Anschluss des Umspannwerks Birkenfeld an das von TransnetBW betriebene 380-kV-Netz wurden 37 neue 380-kV-Masten und fünf neue 110-kV-Masten errichtet. Darüber hinaus wurden neun bestehende Masten umgebaut oder verstärkt. Die verstärkten 380-kV-Masten erhielten zwei außenliegende Erdseile und doppelte Erdseilspitzen, um die aktuellen Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit zu erfüllen. Nach Abschluss des Gesamtprojekts sollen bis 2027 insgesamt 37 bestehende Masten von Netze BW und DB Energie zurückgebaut werden. Dadurch wird die bestehende Leitungsinfrastruktur im Trassenkorridor deutlich reduziert.
Eine Besonderheit des Projekts ist der erstmalige Einsatz von 380-kV-Vollwandmasten in Deutschland. Insgesamt wurden 18 Vollwandmasten für 380 kV errichtet; vier weitere Vollwandmasten für 110 kV sollen 2026 gebaut werden. Die bis zu 95 Meter hohen 380-kV-Masten führen 380-kV- und 110-kV-Stromkreise auf einem gemeinsamen Mast. Dadurch lässt sich der vorhandene Trassenraum effizient nutzen und veraltete Infrastruktur zurückbauen. Zusätzlich wurden Gittermasten errichtet. Die Kombination beider Masttypen ermöglicht eine Lösung, die den technischen, ökologischen und räumlichen Anforderungen des Projekts Rechnung trägt.
Technische und logistische Herausforderungen
Das Projekt war mit verschiedenen technischen und logistischen Herausforderungen verbunden. Dazu gehörten der erstmalige Bau von 380-kV-Vollwandmasten unter komplexen Planungsbedingungen sowie fünf Leiterseilkreuzungen über die Autobahn A8, teilweise in unmittelbarer Nähe zu größeren Straßenbaumaßnahmen. Ein verzögerter Projektstart machte zudem mehrere Anpassungen des Zeitplans erforderlich. Gleichzeitig erforderten strenge ökologische Vorgaben eine enge Zusammenarbeit mit Behörden und Projektbeteiligten, um sensible Bereiche zu schützen.
Zum Projektumfang gehörten außerdem fünf komplexe Seilzugarbeiten über die A8, die eine präzise Koordination, umfassende Sicherheitsmaßnahmen und eine detaillierte Logistikplanung erforderten. Gleichzeitig wurden Abschnitte bestehender 110-kV-Leitungen von Netze BW und DB Energie umverlegt oder neu beseilt und damit Teile des regionalen Netzes modernisiert.
Trotz dieser Herausforderungen ist die 380-kV-Leitung inzwischen vollständig in Betrieb.


