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In ganz Europa erneuern Netzbetreiber ihre in die Jahre gekommene Übertragungsinfrastruktur, um die Zuverlässigkeit der Stromversorgung zu erhöhen, den steigenden Strombedarf zu decken und ihre Netze auf die Energiewende vorzubereiten. Ein Projekt in Finnisch-Lappland zeigt, wie sich die Stromversorgung langfristig sichern lässt, ohne die besonderen natürlichen Gegebenheiten der Region aus dem Blick zu verlieren.

Die 110-kV-Freileitung zwischen Kittilä und Putkijänkä in Finnisch-Lappland ist auf einem Teilabschnitt in die Jahre gekommen. Um die Zuverlässigkeit des Stromnetzes langfristig zu gewährleisten, muss dieser Abschnitt erneuert werden. Dabei gilt es, die veraltete Infrastruktur zu ersetzen, ohne die Stromversorgung zu unterbrechen oder die empfindliche Natur der Region unnötig zu beeinträchtigen. 

Schlüsselfertige Umsetzung und frühzeitige Projektbeteiligung

Kittilän Alueverkko Oy hat Omexom mit der schlüsselfertigen Erneuerung eines rund 16 Kilometer langen Freileitungsabschnitts beauftragt. Omexom war bereits in der frühen Projektphase eingebunden und übernahm die gesamte technische Planung und Auslegung der neuen Leitung. Das erleichtert den reibungslosen Übergang von der Planung zur Bauausführung.

Die neue Freileitung wird überwiegend innerhalb der bestehenden Leitungstrasse errichtet. So lässt sich die zusätzliche Flächeninanspruchnahme minimieren und die umliegende Landschaft schonen. Um den anspruchsvollen Bedingungen in Nordfinnland standzuhalten, kommen entlang der gesamten Strecke abgespannte Stahlrohrmaste zum Einsatz. Die Bauarbeiten sollen im November 2026 mit den Fundamentarbeiten beginnen. Das Projekt soll bis zum Ende des Sommers 2027 abgeschlossen sein.

Höhere Zuverlässigkeit und Effizienz

Nach ihrer Fertigstellung wird die erneuerte Leitung die Zuverlässigkeit der Stromübertragung in der Region deutlich verbessern. Zudem wird die neue Infrastruktur die Übertragungsverluste gegenüber der bisherigen Leitung verringern, sodass mehr des transportierten Stroms tatsächlich genutzt werden kann.

Die Modernisierung erfolgt in einer Phase, in der die Anforderungen an das finnische Stromnetz stark steigen. Dabei ist die Zuverlässigkeit der Stromübertragung bereits außergewöhnlich hoch: Im Jahr 2025 erreichte das finnische Übertragungsnetz laut Fingrid eine Zuverlässigkeit von 99,99995 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Gleichzeitig könnte sich der nationale Stromverbrauch bis 2040 verfünffachen. Treiber dieser Entwicklung sind unter anderem Rechenzentren und die Wasserstoffproduktion. Allein der finnische Übertragungsnetzbetreiber Fingrid plant, bis 2035 rund 5,2 Milliarden Euro in das Übertragungsnetz zu investieren. Das ist das bislang größte Netzausbauprogramm des Unternehmens. Insbesondere Lappland dürfte bei dieser Entwicklung eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Einigen Prognosen zufolge könnte Lappland künftig mehr Strom erzeugen, als die Region selbst verbraucht, und damit zum Nettoexporteur werden. Bis 2050 könnte die jährliche Windstromerzeugung dort auf bis zu 45 TWh steigen.

Über die unmittelbaren Auswirkungen hinaus verdeutlicht das Projekt, wie die Erneuerung wichtiger Energieinfrastruktur die Widerstandsfähigkeit des Stromnetzes verbessern und zugleich Umweltbelastungen reduzieren kann. Das Projekt zeigt einen praktikablen Weg auf, wie sich durch die Weiternutzung einer vorhandenen Leitungstrasse und den Einsatz robuster, zukunftsfähiger Technik bestehende, in die Jahre gekommene Anlagen in ökologisch sensiblen Gebieten modernisieren lassen.

Während Netzbetreiber in ganz Europa ihre Infrastruktur weiter modernisieren, wird an Projekten wie diesem deutlich, dass Zuverlässigkeit, Effizienz und der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt Hand in Hand gehen können.

Lesen Sie den Artikel auf Finnisch: „Omexom on valittu urakoitsijaksi 110kV voimajohdon saneeraukseen Lapissa“. 

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