Présentation :

Die Anbindung eines Windparks an das Stromnetz ist eine komplexe technische Aufgabe. Sie erfordert eine präzise Planung, die Einhaltung strenger Netzanschlussvorgaben und eine Infrastruktur, die über Jahrzehnte zuverlässig funktioniert. Beim Windpark Geldern gingen die Anforderungen jedoch über die rein technische Leistungsfähigkeit hinaus.

SF6-Gas ist seit Jahrzehnten Standard in Mittelspannungsschaltanlagen. Es erfüllt seine technische Funktion zuverlässig, ist jedoch zugleich ein Treibhausgas mit einem um ein Vielfaches höheren Treibhauspotenzial als CO₂. Der Einsatz SF6-basierter Schaltanlagen in einem Projekt für erneuerbare Energien stellte daher einen deutlichen Widerspruch dar. Entscheidend war die Frage, ob eine umweltfreundlichere Alternative dieselben technischen Anforderungen auch in diesem Maßstab erfüllen kann.

Die Lösung: 32 GWh erneuerbare Energie – ohne SF6

Für die Umsetzung dieser technischen Lösung wurde Omexom in Deutschland mit der Planung und Realisierung des vollständigen primären Netzanschlusses für den Windpark Geldern beauftragt. Zum Leistungsumfang gehörten ein 20-MW-Leistungstransformator in Spezialgehäuse sowie eine Übergabestation mit 10-kV- und 20-kV-Schaltanlagen. Alle Komponenten wurden entsprechend den hohen technischen Anforderungen und Netzanschlussvorgaben ausgelegt.

Gemeinsam mit Ormazabal entwickelte Omexom eine maßgeschneiderte Lösung auf Basis vakuumgeschalteter Technologie. Sie kommt ohne SF6-Gas aus und ist gleichzeitig vollständig mit bestehenden cpg.0 lite-Systemen kompatibel. So entsteht eine robuste, umweltfreundliche und einfach erweiterbare Infrastruktur.

  • „Durch die enge Abstimmung zwischen Omexom und Ormazabal konnte die optimale Lösung für das Projekt in Geldern gefunden werden. Besonders hervorzuheben waren die präzise gemeinsame Planung und die reibungslose Kommunikation zwischen den Teams.“ 

    Viktor Kamperdick-Voß Projektleiter, Omexom in Deutschland

Das Omexom-Team übernahm die Parametrierung, die Ausarbeitung der Schutzkonzepte sowie die umfassende Prüfung der Sekundär- und Schutzsysteme. Damit schafft Omexom die Voraussetzungen für einen langfristig stabilen und sicheren Betrieb. Während des gesamten Projekts arbeitete Omexom zudem eng mit der Grünwerke GmbH, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Düsseldorf, und dem Technologiepartner Ormazabal zusammen. Im Mittelpunkt standen dabei präzises Engineering, klare Kommunikation und eine termingerechte Umsetzung.

Der Windpark ist seit Juli 2025 an das Stromnetz angeschlossen und soll jährlich rund 32 GWh Strom aus erneuerbarer Energie erzeugen. Damit können pro Jahr bis zu 9.000 Haushalte versorgt werden.

Ein übertragbares Modell für nachhaltigen Netzausbau

Während Europa den Ausbau erneuerbarer Energien weiter vorantreibt, werden die heutigen Entscheidungen über die dafür notwendige Infrastruktur die Emissionen der Energienetze über viele Jahre beeinflussen. Die von Omexom in Geldern umgesetzte Lösung ist daher nicht nur für dieses einzelne Projekt relevant, sondern kann als Modell für einen nachhaltigen Netzausbau dienen. Sie zeigt, dass die Energiewende nicht allein davon abhängt, wie Strom erzeugt wird, sondern auch von der Infrastruktur, über die er ins Netz integriert und verteilt wird.

Für Grünwerke stellt das Projekt einen wichtigen Meilenstein dar: Erstmals kommt im Netz des Unternehmens eine SF6-freie Schaltanlage zum Einsatz. Die Lösung ermöglicht eine zuverlässige Primärverteilung und trägt dazu bei, Treibhausgasemissionen in der Netzinfrastruktur zu reduzieren – eine Investition in Klimaschutz und langfristige Zuverlässigkeit.

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