„Die neuen Leitungen sind widerstandsfähiger ausgelegt. Zusätzliche Masten und Tragkonstruktionen wurden speziell dafür konzipiert, bei künftigen Wirbelstürmen zu verhindern, dass sich Schäden durch aufeinanderfolgende Ausfälle entlang der Leitungen ausbreiten. So lässt sich das Ausmaß möglicher Schäden deutlich verringern.“
Présentation :
Nachdem Zyklon Garance im Februar 2025 schwere Schäden am Stromnetz von La Réunion verursacht hatte, beauftragte EDF zunächst unter anderem Omexom damit, das Netz zu sichern und eine provisorische Stromversorgung aufzubauen. So sollten einige der betroffenen Haushalte im Osten der Insel möglichst schnell wieder mit Strom versorgt werden. Diese Notfallmaßnahmen dauerten von April bis Oktober 2025. In einer zweiten Phase startete EDF Réunion ein umfangreiches Wiederaufbauprogramm für die beschädigte Hochspannungsinfrastruktur im Osten der Insel. Omexom erhielt den Auftrag, zwei wichtige Hochspannungsleitungen wiederaufzubauen. Sie sollen das Netz stärken, die Integration erneuerbarer Energien unterstützen und die Stromversorgung der Bevölkerung sichern.
Modernisierung kritischer Übertragungsnetzinfrastruktur
Zyklon Garance hatte das Hochspannungsnetz im Osten von La Réunion schwer beschädigt. Obwohl rasch provisorische Leitungen errichtet wurden, um die Stromversorgung aufrechtzuerhalten, zerstörte der Sturm 21 Hochspannungsmasten. Dies führte zu einer der schwersten Störungen des Inselstromnetzes seit Jahrzehnten.
EDF Réunion entschied sich deshalb dafür, das Netz nicht nur wiederherzustellen, sondern zugleich zu modernisieren. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung und kritische Einrichtungen zu erhöhen und gleichzeitig die Energiewende auf der Insel voranzubringen.
EDF Réunion beauftragte Omexom mit dem Wiederaufbau zweier wichtiger Hochspannungsleitungen zwischen Abondance und Rivière de l’Est sowie zwischen Abondance und Sainte-Rose. Zusammen umfassen sie zehn Kilometer Leitungsinfrastruktur. Das Projekt beinhaltet die Neuerrichtung von 33 Hochspannungsmasten, das Einziehen von rund 40 Kilometern Leiterseilen sowie die Anpassung der Fundamente und Zufahrtswege an die geografischen und klimatischen Bedingungen vor Ort.
Die Arbeiten beschränken sich nicht auf die durch den Zyklon zerstörten Anlagen. Auch mehrere stehen gebliebene Masten werden ersetzt, damit ein vollständig modernisierter Leitungsabschnitt mit einheitlichen technischen Leistungsstandards entsteht.
Im Vergleich zur bisherigen Infrastruktur sind die neuen Masten deutlich robuster. Sie wiegen zwischen sechs und 20 Tonnen und sind darauf ausgelegt, Zyklonbedingungen mit Windgeschwindigkeiten von rund 210 km/h standzuhalten. Dabei wurden zusätzliche Sicherheitsreserven berücksichtigt.
Umsetzung unter hohem Zeitdruck
Die Bauarbeiten begannen im Januar 2026 und sollen im März 2027 abgeschlossen werden. Die Leitung Abondance–Sainte-Rose soll im Oktober 2026 in Betrieb genommen werden, gefolgt von der Leitung Abondance–Rivière de l’Est im Dezember 2026.
In der arbeitsintensivsten Projektphase werden bis zu 95 Mitarbeitende von Omexom und seinen Subunternehmen im Einsatz sein. Dafür wurden spezialisierte Teams aus La Réunion und dem französischen Mutterland mobilisiert. Sie bringen Fachkompetenz im Fundamentbau, in der Mastmontage, bei Schwerlasthebearbeiten und beim Einziehen der Leiterseile ein.
Auf besonders schwer zugänglichen Leitungsabschnitten kommen außerdem Drohnen und Hubschrauber zum Einsatz, um das Einziehen der Seile zu unterstützen.
Während des gesamten Projekts arbeitet Omexom eng mit den örtlichen Behörden, der Bevölkerung, Grundstückseigentümern und landwirtschaftlichen Betrieben zusammen. So sollen Beeinträchtigungen möglichst gering gehalten und die Bauarbeiten an die örtlichen Anforderungen angepasst werden.
Sichere Stromversorgung und erneuerbare Energien für eine widerstandsfähige Zukunft
Die von Omexom nach Zyklon Garance errichteten provisorischen 63-kV-Leitungen haben während des Wiederaufbaus zur Netzstabilität beigetragen und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung gewährleistet. Nach Fertigstellung der dauerhaften Infrastruktur wird das modernisierte Netz weiterhin die Einspeisung aus dem Wasserkraftwerk Rivière de l’Est ermöglichen, einer wichtigen erneuerbaren Energiequelle für La Réunion.
Mit einer installierten Leistung von 82 MW steht das Kraftwerk für rund 60 Prozent der Wasserkrafterzeugung auf der Insel und spielt eine zentrale Rolle für die regionale Stromversorgung.


